Hund oder Katze aus dem Tierheim adoptieren: die einfache Anleitung
Einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu holen statt zu kaufen heißt, einem Tier ein Zuhause zu geben, das keins hat. Das ist eine schöne Entscheidung — aber eine, die man in Ruhe und mit Bedacht trifft: Ein Tier gehört viele Jahre zur Familie. Diese Anleitung zeigt dir, wie eine Vermittlung abläuft, was du vorher abwägen solltest und woran du Angebote erkennst, von denen du besser die Finger lässt.
Warum aus dem Tierheim und nicht gekauft
Tierheime und Tierschutzvereine sind voller Hunde und Katzen, die auf eine Familie warten. Wenn du ein Tier von dort übernimmst, hilfst du nicht nur diesem einen: Du machst einen Platz frei, sodass ein weiteres aufgenommen werden kann. In der Praxis rettest du zwei Leben auf einmal.
- Du gibst einem Tier eine zweite Chance, das oft schon einmal zurückgelassen wurde.
- Du unterstützt keine Vermehrerbetriebe und keinen illegalen Welpenhandel.
- Viele Tierheimtiere sind bereits erwachsen: Du kennst Charakter und Größe von Anfang an.
- Die Vermittlung kostet meist nur eine Schutzgebühr, und das Tier ist in der Regel schon tierärztlich untersucht, geimpft, gechippt und kastriert.
Wie eine Vermittlung Schritt für Schritt abläuft
Ein Tier aus dem Tierheim zu übernehmen ist unkompliziert, aber es beginnt immer mit dem Kennenlernen: Man nimmt kein Tier auf den ersten Blick mit nach Hause. Das sind die üblichen Schritte.
- Besuch im Tierheim. Vereinbare einen Termin, sieh dich in Ruhe um und frag die Mitarbeitenden oder Ehrenamtlichen nach den Geschichten der Tiere.
- Das Tier kennenlernen. Komm mehr als einmal: Beobachte, wie es auf dich, deine Familie und andere Tiere reagiert. Frag nach Wesen, Gewohnheiten und gesundheitlichen Besonderheiten.
- Selbstauskunft ausfüllen. Das Tierheim fragt nach Wohnsituation und Alltag. Das ist normal und hilft, das passende Tier zu finden.
- Schutzvertrag unterschreiben. Du bekommst einen Vertrag, der dich zur Versorgung des Tieres verpflichtet, und der Mikrochip wird im Haustierregister auf dich umgemeldet.
- Ankommen vorbereiten. Viele Vereine melden sich in den Wochen danach noch einmal, oft nur telefonisch, um zu hören, ob alles gut läuft.
Was du vorher bedenken solltest
Bevor du ein Tier übernimmst, halt kurz inne und frag dich ehrlich, ob es der richtige Zeitpunkt ist. Ein Nein jetzt ist freundlicher als eine Rückgabe nach ein paar Wochen.
- Zeit. Hunde brauchen täglich Auslauf und Gesellschaft, Katzen ebenfalls Aufmerksamkeit. Wer ist tagsüber da?
- Platz und Lebensstil. Kleine Wohnung, Garten, Arbeitszeiten, Reisen: Wähl Größe und Charakter passend zu deinem echten Leben, nicht zu einem idealisierten.
- Kosten. Futter, Tierarztbesuche, jährliche Impfungen, Parasitenschutz, gelegentliche Überraschungen — und in vielen Gemeinden die Hundesteuer. Ein Tier ist eine laufende Ausgabe.
- Familie. Kinder, andere Tiere, mögliche Allergien: Sprecht vorher miteinander, die Entscheidung sollte gemeinsam fallen.
- Die lange Strecke. Ein Hund oder eine Katze kann 15 Jahre und mehr leben. Das ist eine lange Bindung, keine spontane Entscheidung.
Vorsicht bei zweifelhaften Angeboten
Neben seriösen Vermittlungen gibt es Betrug und undurchsichtige Abgabeangebote, vor allem online. Ein paar Warnzeichen, die du kennen solltest.
- Es wird Geld im Voraus für „Transport“ oder „Papiere“ verlangt, bevor du das Tier überhaupt gesehen hast.
- Rassewelpen werden „dringend“ abgegeben, ohne Mikrochip und ohne Impfpass.
- Du darfst nicht sehen, wo das Tier lebt, oder ein persönliches Treffen wird vermieden.
- Es wird nichts unterschrieben, und nach der Übergabe ist niemand mehr erreichbar.
Halte dich an anerkannte Tierheime und Tierschutzvereine. Lass dir Mikrochip und Papiere zeigen und lass deinen neuen Begleiter nach der Übernahme in einer Tierarztpraxis deines Vertrauens durchchecken. Wenn du illegalen Welpenhandel oder Tierquälerei vermutest, wende dich an das Veterinäramt oder die Polizei (110).
Wie Orma dir Vermittlungen in deiner Nähe zeigt
Das passende Tierheim zu finden ist nicht immer einfach. Mit Orma siehst du Vermittlungen von Tierheimen und Vereinen in deiner Nähe, mit Fotos und einer Beschreibung, sodass du dir schon vor dem Besuch ein Bild machen kannst.
- Sieh dir die Hunde und Katzen, die ein Zuhause suchen, in Ruhe an, ohne Druck.
- Nimm sicher aus der App Kontakt mit dem Tierheim auf, deine Daten bleiben dabei privat.
- Komm informiert zum Termin, mit einer klareren Vorstellung davon, wen du treffen könntest.
Ein Tier aufzunehmen verändert ein Leben — und oft auch deins. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, stell die richtigen Fragen und entscheide mit dem Herzen, aber auch mit dem Kopf: Wenn der Moment kommt, wirst du wissen, welches Tier zu dir passt.
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim zu übernehmen?
In der Regel wird eine Schutzgebühr fällig, die je nach Tier und Einrichtung unterschiedlich hoch ist. Viele Tierheime geben das Tier bereits gechippt, geimpft und kastriert ab — frag vorher nach, was enthalten ist.
Was brauche ich, um einen Hund aus dem Tierheim zu übernehmen?
Meist reichen ein Ausweis und ein unterschriebener Schutzvertrag. Viele Tierheime führen zusätzlich ein Gespräch oder eine Vorkontrolle zu Hause durch, um sicherzugehen, dass die Umgebung zum Tier passt.
Kann ich einen Hund übernehmen, wenn ich den ganzen Tag arbeite?
Das hängt vom Hund ab: Manche kommen mit Stunden allein gut zurecht, andere nicht. Sprich mit den Mitarbeitenden im Tierheim, sie kennen das Wesen jedes Tieres und können dir eines empfehlen, das zu deinem Alltag passt.
Lieber einen Welpen oder einen erwachsenen Hund aus dem Tierheim?
Ein Welpe braucht mehr Zeit für Erziehung und Sozialisierung, ein erwachsener Hund hat oft einen gefestigten, besser einschätzbaren Charakter. Es gibt kein richtig oder falsch: Wäge ab, wie viel Zeit und Erfahrung du hast.
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